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Gesundheitliche Beratung für Prostituierte

Am 01.07.2017 trat das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) in Kraft. Es sieht wichtige Änderungen für die Ausübung der Prostitution vor, die im Folgenden dargestellt werden.

Wenn Sie als Prostituierte oder als Prostituierter tätig sind oder eine solche Tätigkeit aufnehmen wollen, müssen Sie vor der Anmeldung der Tätigkeit persönlich eine gesundheitliche Beratung wahrnehmen und diese in regelmäßigen Abständen wiederholen. Die gesundheitliche Beratung müssen Personen ab 21 Jahren mindestens alle 12 Monate und Personen unter 21 Jahren mindestens alle sechs Monate wiederholen.

Die gesundheitliche Beratung darf nur das Gesundheitsamt durchführen.

Die gesundheitliche Beratung erfolgt vertraulich und umfasst insbesondere Fragen der Krankheitsverhütung, der Empfängnisregelung, der Schwangerschaft und der Risiken des Alkohol- und Drogenmissbrauchs.

Über die gesundheitliche Beratung wird Ihnen eine Bescheinigung ausgestellt. Die Bescheinigung über die gesundheitliche Beratung ist Voraussetzung für die Anmeldung der Tätigkeit als Prostituierte oder Prostituierter. Ohne gesundheitliche Beratung können Sie sich nicht anmelden und ohne Anmeldung dürfen Sie als Prostituierte oder als Prostituierter nicht tätig sein.

Für die gesundheitliche Beratung müssen Sie beim Gesundheitsamt eine Gebühr von 35 Euro bezahlen.

Hier finden Sie eine Übersicht der gesundheitlichen Beratungsstellen.

Anmeldung für Prostituierte

Als Prostituierte oder als Prostituierter müssen Sie Ihre Tätigkeit ab dem 01.07.2017 anmelden. Sind Sie bereits vor dem 01.07.2017 als Prostituierte oder als Prostituierter tätig gewesen, dann müssen Sie sich erst bis spätestens 31.12.2017 anmelden (Übergangsregelung).

Sie müssen sich vor Aufnahme der Tätigkeit* persönlich bei der Behörde anmelden, in deren Zuständigkeitsbereich Sie Ihre Tätigkeit vorwiegend ausüben wollen. *Entfällt im Fall der Übergangsregelung.

Für die Anmeldung brauchen Sie die Bescheinigung über die gesundheitliche Beratung. Bei der Anmeldung erhalten Sie wichtige Informationen zur und eine Beratung über die Tätigkeit als Prostituierte oder als Prostituierter.

Sie erhalten eine Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung (Anmeldebescheinigung). Die Anmeldebescheinigung ist bei der Ausübung der Tätigkeit stets mitzuführen. Ohne Anmeldebescheinigung dürfen Sie als Prostituierte oder als Prostituierter nicht tätig sein. Wer ohne gültige Anmeldebescheinigung der Prostitution nachgeht, muss eine Geldbuße von bis zu 1.000 Euro bezahlen.

Die Anmeldebescheinigung gilt für anmeldepflichtige Personen ab 21 Jahren zwei Jahre, für anmeldepflichtige Personen unter 21 Jahren ein Jahr. Sie kann nach Ablauf ihrer Gültigkeit verlängert werden.

Für die Anmeldebescheinigung müssen Sie bei der Behörde eine Gebühr von 35 Euro bezahlen. Sie können sich zusätzlich eine Aliasbescheinigung ausstellen lassen. Sie enthält statt Ihres Vor- und Nachnamens einen selbst gewählten Alias, also einen von Ihnen gewählten Namen, den Sie bei Ihrer Tätigkeit verwenden. Wenn Sie die Aliasbescheinigung bei Ihrer Tätigkeit mitführen, dann müssen Sie die Anmeldebescheinigung nicht dabei haben. Für die Aliasbescheinigung müssen Sie bei der Behörde eine weitere Gebühr von 35 Euro bezahlen.

Informationen zur gesundheitlichen Beratung sowie zur Anmeldung für Prostituierte finden Sie auch in unserem mehrsprachigen Informationsflyer für Prostituierte. Dieser dient dazu, die in der Prostitution tätigen Personen über die Neuregelungen des zum 01.07.2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetzes zu informieren und ihnen den Zugang zu den zuständigen Behörden zu erleichtern.

Hier finden Sie eine Übersicht der Anmeldestellen.

Erlaubnis für Prostitutionsgewerbe

Das Betreiben eines Prostitutionsgewerbes bedarf ab dem 01.07.2017 einer Erlaubnis.
Haben Sie bereits vor dem 01.07.2017 ein Prostitutionsgewerbe betrieben, dann haben Sie dies der zuständigen Behörde bis spätestens zum 01.10.2017 anzuzeigen und einen Erlaubnisantrag bis spätestens zum 31.12.2017 nachzureichen.

Ein Prostitutionsgewerbe betreibt, wer gewerbsmäßig Leistungen im Zusammenhang mit der Erbringung sexueller Dienstleistungen durch mindestens eine andere Person anbietet oder Räumlichkeiten hierfür bereitstellt.

Als Prostitutionsgewerbe gilt der Betrieb von Prostitutionsstätten, das Bereitstellen von Prostitutionsfahrzeugen, die Organisation oder Durchführung von Prostitutionsveranstaltungen sowie der Betrieb von Prostitutionsvermittlung.

Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis sind insbesondere die Vorlage eines Betriebskonzepts für das Prostitutionsgewerbe und die Zuverlässigkeit des Betreibers oder der Betreiberin. Das Prostituiertenschutzgesetz stellt zudem Mindestanforderungen an Prostitutionsgewerbe je nach Gewerbeart.

Die Durchführung einer Prostitutionsveranstaltung und die Aufstellung eines Prostitutionsfahrzeugs unterliegen einer zusätzlichen Anzeigepflicht.

Hier finden Sie eine Übersicht der Erlaubnisstellen.

Übersicht über gesundheitliche Beratungsstellen, Anmeldestellen und Erlaubnisstellen

Hier finden Sie eine Übersicht über die gesundheitlichen Beratungsstellen, Anmeldestellen und Erlaubnisstellen in Bayern.

Klicken Sie auf die Markierungen für weitere Informationen.

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