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Ständig online und vernetzt zu sein ist ein Trend der Zeit.

Der Einfluss der Digitalisierung

Die Digitalisierung ist der Innovationsmotor des 21. Jahrhunderts. Sie gilt als neue technische Revolution. Dadurch wird erstmals die Vernetzung von Ressourcen, Informationen, Objekten und Menschen möglich.

Digitalisierung bedeutet aber mehr. Neben den Produktionsbedingungen werden sich auch unsere Arbeitswelt („Arbeiten 4.0“) sowie unsere übrigen Lebensbedingungen, wie etwa die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, die Möglichkeit eines späteren Renteneintritts, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt ("Leben 4.0"), stark verändern.

Dialogforum „Leben und Arbeiten 4.0“

Die Arbeitswelt und die Lebensbedingungen werden sich prozesshaft entwickeln (kein „big bang“). Strukturen verändern sich fortlaufend und mit zunehmender Geschwindigkeit. Das heißt, es gibt nicht den einen Scheideweg.

Vielmehr sind permanente Weichenstellungen auf Bundes- wie auch Landesebene im engen Schulterschluss mit allen Akteuren erforderlich.

Leitung und Besetzung

Um diese Herausforderungen ganzheitlich und strategisch anzugehen, wurde das Dialogforum „Leben und Arbeiten 4.0“ am 31. Mai 2016 unter Leitung von Herrn Staatssekretär Johannes Hintersberger, Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) und Herrn Staatssekretär Franz Josef Pschierer, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi) konstituiert.

Das Dialogforum ist mit einem ausgewählten Kreis namhafter Experten aus der Wirtschaft, der Sozialpartner, der sozialen Sicherungssysteme, der Wissenschaft und der Kirchen besetzt. Hier finden Sie die Mitglieder des Dialogforums.

Ziel

Ziel ist es, den Menschen und der Wirtschaft im Freistaat Bayern die Chancen zu erschließen, die sich im Rahmen der Digitalisierung bieten. Das Dialogforum will angemessene Handlungsstrategien entwickeln, um den Herausforderungen zu begegnen. Ziel dabei ist, bereits bestehende Spielräume zu definieren und wo erforderlich zu erweitern. Die Staatsregierung will jedoch bei allen berechtigten Flexibilitätsinteressen kein „freies Spiel der Kräfte“, nicht „das Recht des Stärkeren“. Der Kompass Bayerns wird durch die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft bestimmt (Solidarität, Subsidiarität und Sozialpartnerschaft). Arbeit 4.0 muss die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen berücksichtigen.

Dazu soll das Dialogforum konkrete Vorschläge für Leben und Arbeiten 4.0 entwickeln, damit die Digitalisierung für alle Menschen in Bayern zu einem Gewinn wird.

Erste Ergebnisse

Das Dialogforum hat sich zunächst mit dem Schwerpunkt „Arbeiten 4.0“ befasst.  Nach den ersten drei Sitzungen lag als Etappenziel das Ergebnispapier zu den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Arbeitswelt vor.

Es gibt derzeit sehr unterschiedliche Prognosen, wie sich die Zahl der Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen verändern werden. Sicher ist: manche Arbeitsplätze werden wegfallen, andere neue entstehen, viele sich vom Anforderungsprofil her verändern. Die Staatsregierung will Arbeitnehmer wie Arbeitgeber fit für diese Änderungen auf dem Arbeitsmarkt machen. Neuen Belastungen, insbesondere durch die Entgrenzung von Beruf- und Privatleben sowie vermehrter sozialer Unsicherheit soll vorgebeugt werden.

Vielmehr sollen die erwarteten Chancen der Digitalisierung - wie Arbeitsplatzgewinne und möglichst hochwertige neue Arbeitsplätze - genutzt werden. Bayern mit seiner innovativen Unternehmenslandschaft sowie seinen hervorragend ausgebildeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hat dafür beste Ausgangsvoraussetzungen.

Das Dialogforum hat daher im Ergebnispapier erarbeitet, wie die Rahmenbedingungen für das Arbeitsleben gestaltet werden sollten, insbesondere in Bezug auf

  • seine Flexibilisierung,
  • den Arbeitsschutz (kein „Immer und überall“),
  • die Sozialversicherungen (bislang knüpft das soziale Sicherungssystem am Beschäftigungsverhältnis und am sog. Normarbeitsverhältnis an. Dieses bekommt zunehmend Konkurrenz durch Freiberuflerinnen und Freiberufler - sogenannte „Freelancer“ und „Crowdworker“, die ihre Dienste im „Netz“ weltweit anbieten
  • die Fachkräftesicherung (Aus-/Fort- und Weiterbildung).

Ausblick

Im nächsten Schritt im Bereich „Leben 4.0“ ist es das Ziel, die Menschen in Bayern von der Kindheit über die Arbeitnehmerzeit bis hin zum Seniorenalter fit für den Umgang mit digitalen Anwendungen zu machen. Außerdem sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und die Teilhabechancen, die die digitalen Techniken insbesondere für Menschen mit Behinderung und Ältere bieten, verbreitet werden.

In der 4. Sitzung des Dialogforums „Leben und Arbeiten 4.0“ arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer heraus, wie die Digitalisierung auch für unsere bayerischen Familien zum Gewinn wird. Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Thesen zu „Familie und Arbeit 4.0“.

In der 5. Sitzung des Dialogforums „Leben und Arbeiten 4.0“ haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeitet, wie Aus- und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung gestaltet werden müssen, um die Zukunftsfähigkeit Bayerns zu sichern. Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Thesen zu „Aus- und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung“.

In der 6. Sitzung des Dialogforums „Leben und Arbeiten 4.0“ haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeitet, wie die Chancen der Digitalisierung genutzt werden zu können, um Menschen mit Behinderung und Ältere Menschen verbessert in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Thesen zur „Digitalisierung in der Arbeitswelt zu Gunsten von Älteren und Menschen mit Behinderung“.

Mitglieder

Die Mitglieder des Dialogforums sind:

  • Frau Margit Berndl, Vorstand Sozial- und Verbandspolitik, Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Bayern e.V.
  • Herr Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer, vbw - Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e.V.
  • Frau Elisabeth Häusler,Geschäftsführerin, Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd
  • Herr Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern, Bundesagentur für Arbeit
  • Frau Luise Klemens, Landesbezirksleiterin, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Bayern
  • Frau Birgit Loewe, Vorsitzende, Evang. Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Bayern e.V.
  • Herr Prof. Dr. Joachim Möller, Leiter, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
  • Frau Dr. Rahlid Neuburger, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Herr Dr. Eberhard Sasse, Präsident, Bayerischer Industrie- und Handelskammertag BIHK e.V. (BIHK e.V.)
  • Herr Hubert Schurkus, Leiter Konzernpersonalwesen, BMW AG
  • Herr Dipl.-Ing. Franz Xaver Peteranderl, Präsident, Bayerischer Handwerkstag e. V.
  • Herr Jürgen Wechsler, Bezirksleiter, IG Metall Bayern
  • Herr Prälat Dr. Lorenz Wolf, Leiter, Katholisches Büro Bayern
  • Frau Silke Wolf, Geschäftsführerin, Bayerischer Bankenverband e.V.