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Wohnungslosenhilfe

Wohnungslosigkeit

In Bayern wird die Zahl der Wohnungslosen derzeit auf 20.000 bis 25.000 Personen geschätzt. Als wohnungslos gelten Menschen, die nicht über eigenen Wohnraum verfügen, die vorübergehend in Unterkünften oder unterstützenden Einrichtungen untergebracht sind oder auf der Straße leben.
Die Wahrscheinlichkeit wohnungslos zu werden wird größer, je mehr Risikofaktoren zusammentreffen:

  • besondere Belastungen durch Ereignisse wie Trennung, Scheidung, Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes, Unfall, Tod einer nahestehenden Person,
  • erschwerter Zugang zum Bildungssystem und schlechte Startchancen ins Berufsleben,
  • Einschränkungen und Belastungen durch Sucht und psychische Erkrankungen.

Dadurch können Notlagen entstehen, die einen Menschen existenziell bedrohen und überfordern. Wohnungslosigkeit ist damit die Folge einer lang andauernden Benachteiligung und einer Spirale von Misserfolgen und Scheitern, Verarmung und Ausgrenzung. Zuständig für die Wohnungslosenhilfe in Bayern sind die Kommunen.

Differenziertes Hilfesystem

Dieses differenzierte Ursachenverständnis führt dazu, dass zum einen falsche Vorstellungen einer individuellen Schuld oder Fehlerhaftigkeit der Betroffenen zurückgedrängt werden und zum anderen das Hilfesystem sich von der Armenhilfe und Nichtsesshaftenhilfe hin zur differenzierten Wohnungslosenhilfe gewandelt hat.
Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten brauchen ein qualifiziertes, differenziertes und vernetztes Hilfeangebot, das diese Menschen zu einer dauerhaften Eingliederung motiviert und befähigt. Ein wichtiges Instrument hierzu ist die Konferenz der Wohnungslosenhilfe in Bayern, ein Gremium in dem sich ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen zusammengeschlossen haben, um gemeinsam die Belange wohnungsloser Menschen zu vertreten.
Einen Überblick über das derzeitige Hilfeangebot gibt das von den Koordinatoren der Wohnungslosenhilfe herausgegebene Onlineverzeichnis der Wohnungslosenhilfe in Bayern. Danach gibt es in Bayern derzeit insgesamt 204 Einrichtungen, Dienste und Beratungsstellen für wohnungslose Menschen in Bayern (Stand Mai 2014).

Wohnungslosenhilfe

Zur Mitwirkung am Aufbau eines landesweiten flächendeckenden Hilfesystems wurde außerdem der Fachausschuss Wohnungslosenhilfe der Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege eingerichtet, der ein Rahmenkonzept erarbeitet hat mit dem Ziel, die Situation wohnungsloser Menschen in Bayern zu verbessern.
Bereits verwirklicht werden konnte die Forderung des Fachausschusses nach zentraler Koordinierung der Hilfen auf überörtlicher Ebene durch die Errichtung der beiden Koordinationsstellen Nord- und Südbayern mit Sitz in Nürnberg bzw. München.

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