Springe direkt zu: Inhalt Hauptmenü

Literacy Monat 2010

Dokumentation „Literacy-Monat 2010 in Bayern“

Im Rahmen des Projekts "Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen" hat das Bayerische Familienministerium vom 20.03. bis 23.04.2010 landesweit die durch Presse und Rundfunk begleitete Aktion "Literacy-Monat 2010 in Bayern" gestartet, um folgende Ziele zu erreichen:

  1. Ein öffentliches Bewusstsein für die Wichtigkeit der frühen Begegnung mit Schriftsprache und Büchern zu schaffen und dieses zu schärfen.
  2. Die öffentliche Aufmerksamkeit auch auf das Projekt "Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen" der Bayerischen Staatsregierung zu lenken.
  3. Einen Schwerpunkt auf die Intensivierung der Kooperation und Vernetzung von Kindertageseinrichtungen mit Bibliotheken bzw. Büchereien und Buchhandlungen zu setzen sowie auf die Einbeziehung weiterer Kooperationspartner, insbesondere Kindertheater.

Bücherschau junior und Familientag der Deutschen Akademie

Eingeläutet hat den "Literacy-Monat 2010 in Bayern" die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur mit der Eröffnung der Bücherschau junior am 17. März und einem Familientag, an dem passend zum Weltgeschichtentag am 20. März 2010 Märchen im Mittelpunkt standen. Beide Veranstaltungen fanden in Nordheim bei Würzburg statt. Die Bücherschau junior wurde eine Woche lang mit verschiedenen Veranstaltungen zum Thema "Märchen" begleitet, wofür sich die Märchen-Stiftung Walter Kahn verantwortlich zeichnete.

Lokale Aktivitäten standen im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des "Literacy-Monats 2010 in Bayern" standen die lokalen Aktivitäten rund um Literacy für Kinder und deren Familien und die Begleitung dieser Aktivitäten durch Presse, Hörfunk und Fernsehen. Alle Kindertageseinrichtungen und deren Netzwerkpartner in Bayern zu gewinnen, sich während des Literacy-Monats mit individuellen und gemeinsamen Aktivitäten rund um Literacy zu beteiligen, war das wichtigste Ziel dieses Vorhabens.

Abschlussveranstaltung

Geendet hat der "Literacy-Monat" am "UNESCO-Welttag des Buches". Die Abschlussveranstaltung fand am 23.04.2010 in Würzburg mit der Bayerischen Familienministerium für rund 600 teilnehmende Personen in Form einer Fachtagung statt. Am Vor- und Nachmittag fanden drei Fachvorträge statt: "Literacy changes lives - über die Bedeutung von Lietacy im Lebenslauf" (Marion Döbert, Alphabetisierungsexpertin, ehem. UNESCO-Institute for Lifelong Learning), "Literacy in der Familie" (Prof. Dr. Sven Nickel, FU Berlin) und "Was ist ein gutes Kinderbuch?" (Nicola Bardola, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Bayern). Das Rahmenprogramm wurde von zwei Kabarett-Gruppen gestaltet und im "Markt der Möglichkeiten" wurde das Thema Literacy in Live-Aufführungen und an verschiedenen Info-Ständen auf vielfältige Art präsentiert.

nach oben

Kooperationspartner

Kooperationspartner und Unterstützer für dieses Vorhaben waren folgende Institutionen:

Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach

Märchen-Stiftung Walter Kahn

Bayerische Staatsbibliothek, Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen

Sankt Michaelsbund, Landesfachstelle für katholische Büchereiarbeit

Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Bayern e.V.

cbj

Stiftung Lesen

Stiftung Zuhören

JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

Die Koordination auf Landesebene oblag dem Staatsinstitut für Frühpädagogik zusammen mit der Regierung von Unterfranken.

nach oben

Wettbewerb "Ein deutsches Wort für Literacy"

Aus Anlass des Literacy-Monats 2010 in Bayern wurde der Wettbewerb "Ein deutsches Wort für Literacy" ausgeschrieben, um ein deutsches Wort zu finden, das den inhaltlich breiten Literacy-Begriff widerspiegelt. Die Preisverleihung erfolgte am 23. 04. 2010 bei der Abschlussveranstaltung in Würzburg durch Staatsministerin Christine Haderthauer; sie hat sich für eine deutsche Begriffsfindung stark gemacht.
Insgesamt sind 365 Einsendungen mit zum Teil sehr originellen Vorschlägen bei der Jury eingegangen. Diese hatte die Aufgabe, aus den Einsendungen die drei besten Vorschläge auszuwählen. Diese Entscheidung ist nicht leicht gefallen - denn die eingesandten Begriffe zeigten auch, wie schwierig sich die Suche nach einem deutschen Wort gestaltet, das den Begriff "Literacy" in seiner inhaltlichen Breite treffend beschreiben könnte. Die Jury hat sich darauf verständigt, folgende drei Begriffsvorschläge zu prämieren:

  • Literalität
  • Schriftkompetenz
  • Schriftsprachkultur

Keiner dieser drei Begriffe deckt die inhaltliche Bandbreite des Literacy-Begriffs ab. Dennoch lässt sich diese Auswahlentscheidung insofern gut begründen, als für jeden dieser vorgeschlagenen und ausgewählten Begriffe stichhaltige Argumente sprechen, die im Folgenden dargelegt werden:

Literalität

Literalität wurde in erster Linie wegen seiner Bedeutungsnähe zu dem in der Fachwelt gut etablierten Begriff "Literacy" gewählt. Der Begriff findet sich in vielen Übersetzungen aus dem Englischen wieder und bezeichnet einerseits die Schriftlichkeit an sich und andererseits die Fähigkeit zur Teilnahme an der schriftlichen Kommunikation.
Die Intention des Wettbewerbs "Ein deutsches Wort für Literacy" zielte auf eine breite Öffentlichkeit. Im öffentlichen Sprachgebrauch gibt es eine ganze Reihe von Wörtern und Begriffen aus dem Englischen, es gibt aber auch immer häufiger Widerstand gegen ein zu rasches und bedenkenloses Übernehmen, was bei Begriffen wie "Service-Point" und dergleichen nachvollziehbar ist. "Literacy" ist kein Begriff dieser Kategorie. Er ist komplex, und diese Komplexität spiegelt sich in allen Vorschlägen, die eingegangen sind, mit Ausnahme von "Literalität" - nicht wider.
Auch das aus dem Englischen übernommene deutsche Wort "Literacy" hat nicht dieselbe Bedeutung wie das englische "literacy" - denn bisher sagt man im Deutschen z.B. nicht "Computer-Literacy". Das Wort ist also nur mit einem Teil seiner englischen Bedeutung entlehnt worden, und hat womöglich im Deutschen zusätzliche Bedeutungsnuancen bekommen, die es im Englischen gar nicht hat. Das spricht also klar für "Literalität" - denn man kann auch ohne Probleme "Computer-Literalität" sagen, oder "Wissenschafts-Literalität", wenn man in diesen Begriffen denkt.
"Computer-Schriftkompetenz" oder "Wissenschafts-Schriftkompetenz" dagegen gehen nicht. Ein neues deutsches Wort, das ähnlich undurchsichtig (und daher semantisch dehnbar) ist wie das englische Wort "literacy", muss eine lateinische Grundlage haben, um ebenso undurchsichtig zu sein.

Schriftkompetenz

Der zu suchende Begriff sollte eine Kommunikationsfunktion zwischen "Praxis und Wissenschaft" erfüllen. Dazu ist zu beschreiben, worum es genau bei Literacy geht. Es geht um die Fähigkeit, an einer Welt teilzuhaben, sich in einer Welt zurecht zu finden, die von Schriftlichkeit geprägt ist. Dazu gehören in erster Linie die Fähigkeiten des Lesens und des Schreibens, aber natürlich dann auch die der Sprachreflexion, die Fähigkeit, Sprache zum Gegenstand der Reflexion zu machen, was nur durch die Schrift gelingt. Die Schrift befördert den Prozess der Ablösung von der konkreten Situation, von der konkreten Handlung; das beginnt im frühen Alter mit dem Erzählen (über einen nicht vorhandenen Gegenstand oder ein nicht vorhandenes Ereignis); und das setzt sich fort mit dem Vorlesen und all dem, was wir als Literacy-Aktivitäten bezeichnen.
Dem entsprechend kann der erste Wortbestandteil nur "Schrift-" sein, was in "Schriftkompetenz" am ehesten verwirklicht ist. Wollte man nun den lateinischen Begriff "Kompetenz" etwa durch "Fähigkeit" ersetzen und somit zu "Schriftfähigkeit" kommen, so stünde dem entgegen, dass die "Fähigkeit zur Schrift" ja fast alle Kinder haben - die meisten können lesen und schreiben lernen. Es geht aber eher darum, diese Fähigkeit zu entwickeln. Dies scheint am ehesten in dem Ausdruck "Schriftkompetenz" vorzuliegen, da "Kompetenz" inzwischen wohl eher "entwickelte Fähigkeit" oder "Grad an entwickelter Fähigkeit" als "Fähigkeit/ Potential" bedeutet (vgl. Lesekompetenz, Schreibkompetenz, kommunikative Kompetenz).

Schriftsprachkultur

Literacy ist ein wesentlicher Bestandteil kultureller Bildung. Zugleich bilden Schrift und Sprache eine untrennbare Einheit, beim Schreiben und Lesen ebenso wie beim Vorlesen und Geschichten erzählen, Reime und Gedichte aufsagen. In dem Begriff "Schriftsprachkultur" sind folgende Facetten von kulturellen Bildungsprozessen mit Kindern enthalten:

  1. Kindern den Reichtum der bestehenden schriftsprachlichen Kulturgüter zeigen, d.h. ihnen vielfältige Begegnungen mit der Buch-, Erzähl-, Schrift-, Schreib- und Medienkultur zu ermöglichen.
  2. Bei Kindern dabei zugleich das Interesse und vor allem die Lust auf Bücher, Geschichten, Erzählungen, Reime und Gedichte wecken, d.h. das lustvolle Moment im Umgang mit diesen Kulturgütern mit Kindern mit Kindern erschließen.
  3. Mit Kindern neue schriftsprachliche Kulturgüter schaffen, z.B. Kinder anregen und ermutigen, eigene Geschichten, Reime und Gedichte zu erfinden und daraus ein eigenes Buch zu machen.

nach oben

Abschlussveranstaltung 23. April 2010

Präsentation Sven Nickel (PDF, 548 KB)

Präsentation von Herrn Bardola (PDF, 96 KB)

Präsentation Frau Döbert

nach oben

Presse-Reaktionen

nach oben

Zusätzliche Informationen

audit berufundfamilie

Berufundfamilie Logo

Zertifikat zur Vereinbarkeit von Job und Familie

Mehr Informationen

Newsletter Kinder­bildung/-betreuung

Hier können sie den Newsletter abonnieren oder einzelne Newsletter rund um das Thema Kinderbildung und -betreuung einsehen.

Zum Newsletter

Broschüren rund um das Thema Kinderbetreuung

Deckblatt Broschüre Umweltbildung

Im Bayerischen Verwaltungs­portal finden Sie Bro­schür­en und Falt­blät­ter rund um das Thema Kin­der­be­treu­ung.

verwaltungsportal.de

Staatsinstitut für Frühpädagogik

Logo Staatsinstitut für Frühpädagogik - IFP

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) in Bayern befasst sich mit Fragen der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen.

ifp.bayern.de

Sozial-Fibel

Ein Lexikon über soziale Hilfen, Leistungen und Rechte.

Alle Stichworte von A bis Z