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Integration

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, die rechtmäßig und dauerhaft im Land leben, ist für den Zusammenhalt der Gesellschaft von herausragender Bedeutung und eine gesellschaftliche Herausforderung ersten Ranges. Derzeit hat rund ein Fünftel der Bevölkerung Bayerns einen Migrationshintergrund. Die Tendenz ist steigend. Auch wenn die meisten der in Bayern lebenden Menschen mit Migrationshintergrund bereits gut integriert oder auf Grund des weit gefassten Begriffs Migrationshintergrund nicht integrationsbedürftig sind, gibt es auch Integrationsdefizite.

Beispielsweise weist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund eine geringere Bildungs- und Erwerbsbeteiligung auf. Um mit ihrer Hilfe den künftigen Fachkräftemangel abzufedern, bedarf es daher noch erheblicher Qualifikationsanstrengungen auf allen beteiligten Seiten. Dies gilt insbesondere für schlecht qualifizierte Zuwanderergruppen, durch die Zuwanderung nicht zur Entlastung, sondern zu einer zusätzlichen Belastung der Sozial- und Transfersysteme führt.

Neben den vielen hierfür vorhandenen Angeboten hängt das Gelingen von Integration im Sinne gleichberechtigter Teilhabe am wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben entscheidend davon ab, dass die Menschen mit Migrationshintergrund diese tatsächlich annehmen und sich selbst in die Gesellschaft einbringen. Neben dem „Fördern“ ist vor allem auch das „Fordern“ ein für das Gelingen der Integration maßgeblicher Ansatzpunkt; dies gilt ganz besonders für den rechtzeitigen und ausreichenden Spracherwerb. Gelungene Integration erfordert auch, dass die hier dauerhaft lebenden Zuwanderer die hiesige Rechts- und Werteordnung ohne Vorbehalte anerkennen.

Ziele

Mit der „Aktion Integration“ hat die Staatsregierung auf den bestehenden Handlungsbedarf reagiert und ein Integrationskonzept, Integrationsleitlinien und ein Zehn-Punkte-Programm beschlossen. Als zentrale Ansatzpunkte für eine gelungene Integration werden darin die Bereiche Sprache, Bildung und Arbeit genannt, da diese Grundvoraussetzung jeglicher sozialer Integration sind.

Ziel der Staatsregierung ist es, darauf hinwirken, dass sich bis 2020

  • der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in den einzelnen weiterführenden Schularten an ihren Anteil an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schülern annähert und der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund die keinen Schulabschluss erreichen, deutlich reduziert wird.
  • die Erwerbsbeteiligung von Migrantinnen und Migranten in Bayern an die der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund annähert.
    Darüber hinaus wird sie neben den Bestrebungen im Bereich der strukturellen Integration verstärkt niedrigschwellige und präventiv wirkende Maßnahmen ergreifen, um die Identifikation von Migrantinnen und Migranten mit Bayern zu verstärken und damit Parallelgesellschaften und Radikalisierungstendenzen in einzelnen Migrantengruppen entgegen zu wirken.

Maßnahmen

Die vielen in Bayern vorhandenen sozialen und infrastrukturellen Angebote stehen selbstverständlich allen Zugewanderten offen. Darüber hinaus enthält das Bayerische Integrationskonzept als Teil der „Aktion Integration“ ein breites Bündel an spezifischen Angeboten und Maßnahmen. Sie richten sich in ihrem Schwerpunkt an junge Menschen mit Migrationshintergrund. Aber auch Maßnahmen zur „nachholenden Integration“ älterer Zuwanderer werden berücksichtigt. Insbesondere ist vorgesehen:
Die weitere Verstärkung der frühkindlichen Sprachförderung (einschließlich der be-schlossenen Erweiterung des Stundenumfangs der Vorkurse von bisher 160 auf 240 Stunden) und der Kindertagesbetreuung.

Die weitere Umsetzung des Gesamtkonzepts zur schulischen Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund vom 17.03.2009. Es reagiert in seinen beiden Säulen „Bildungsgerechtigkeit“ und „Teilhabegerechtigkeit“ auf diese Herausforderungen durch Handlungskonzepte zur Förderung des Kompetenzerwerbs und der Bildungsbeteiligung. Es setzt besondere Schwerpunkte bei der Weiterentwicklung der Deutschförderung in allen Schularten und Teilleistungsbereichen, der Förderung der Beteiligung der Migrantenfamilien an der Schule und am Schulleben sowie der interkulturellen Öffnung der Bildungsberatung.
Im Rahmen der Ausweitung der Jugendsozialarbeit an Schulen („JaS 1000“) werden Grundschulen mit hohem Migrantenanteil in das Förderprogramm aufgenommen.
Die Unterstützung von Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, z.B. durch das Programm „Fit for Work“, Ausbildungsakquisiteure, arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit sowie speziell auf Migrantinnen und Migranten ausgerichtete berufliche Qualifizierungsmaßnahmen.

Die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe und die Möglichkeit für Migrantinnen und Migranten, sich in die Gesellschaft einzubringen, z.B. im Wege des bürgerschaftlichen Engagements.

Mit europäischen und Landesmitteln wird eine Vielzahl unterschiedlichster Initiativen und Maßnahmen vor Ort unterstützt, um die Zielgruppen bedarfsgerecht und entsprechend den ortsspezifischen Gegebenheiten und Anforderungen zu erreichen. Hierbei wird das Augenmerk künftig noch stärker auf niedrigschwellige, muttersprachliche und aufsuchende Angebote zu richten sein.

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