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Gleichstellung von Frauen und Männern

Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Tatsächlich bestehen aber nach wie vor oft erhebliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern.

Diese zeigen sich nicht nur in der unterschiedlichen Aufgabenteilung im Privatleben, sondern manifestieren sich auch im Erwerbsleben. Der statistische durchschnittliche Stundenlohn von Frauen ist aufgrund verschiedener Faktoren (insbesondere Berufswahlverhalten und familiär bedingte „Familienpausen“ oder Arbeitszeitreduzierung) knapp ein Viertel niedriger als der von Männern. Frauen sind in Führungspositionen deutlich seltener vertreten. Bei Betrachtung des gesamten Lebensverlaufs von Frauen und Männern wird deutlich, dass die realen Lebensverhältnisse von Frauen und Männern im Verlauf des Lebens auseinanderdriften. Im schulischen Bereich schneiden Mädchen zwar mittlerweile sowohl bei ihrer Bildungsbeteiligung als auch in ihrem Schulerfolg in nahezu allen Bereichen erfolgreicher ab als Jungen. Allerdings nutzen junge Frauen ihre Hochschulzugangsberechtigung seltener zur Aufnahme eines Studiums als Männer. Zudem sind es immer noch mit großer Mehrheit die Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit (einschließlich Ausbildung und Studium) wegen familiärer Pflichten wie der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen unterbrechen. Der Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit fällt oft schwer. Zudem werden Frauen nach einer Familienpause häufig unter ihrer Qualifikation eingesetzt. Auf diese Weise gelangen sie seltener in Führungspositionen.

Im Hinblick auf die bestehenden Ungleichheiten hat der Staat gemäß Art. 3 Grund-gesetz (GG), Art. 118 Bayerische Verfassung (BV) die Aufgabe, auf die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken. Chancengerechtigkeit ist jedoch nicht nur eine Vorgabe aus GG und BV, sondern ein wichtiger Faktor für die soziale Sta-bilität. Den Anspruch auf Chancengerechtigkeit haben Staat, Unternehmen und Ge-sellschaft einzulösen.

Ziele

Ziel der Gleichstellungspolitik ist nicht, die Lebensentwürfe von Frauen und Männern aneinander anzugleichen, sondern Chancengerechtigkeit herzustellen. Zu diesem Zweck müssen (teilweise unbewusste) Rollenmuster aufgebrochen werden, damit Frauen und Männer frei entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten. Hier ist bereits in der Kindheit anzusetzen, die Phase der Berufswahl ist ebenfalls entscheidend. Eine spürbare Änderung setzt allerdings das Zusammenwirken aller Akteure voraus; durch Öffentlichkeitsarbeit soll ein Umdenken in der Gesellschaft befördert werden. Dies gilt auch für eine wirklich partnerschaftliche Aufgabenteilung zwischen Frauen und Männern. Für die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ist insbesondere der Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuungsmöglichkeiten unerlässlich.

Ziele der Bayerischen Frauen- und Gleichstellungspolitik:

Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Na-turwissenschaften und Technik) sowie des Männeranteils in sozialen Berufen und bei den Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen.

  • Verankerung einer familienfreundlichen und chancengerechten Unternehmenskultur
  • Annäherung des Anteils von Frauen in Führungspositionen an ihren Anteil an den Beschäftigten der jeweiligen Berufe. In diesem Zusammenhang sieht der Koalitionsvertrag auf Bundesebene für die aktuelle Legislaturperiode einen Stufenplan vor, der in einer ersten Stufe auf verbindliche Berichtspflichten und transparente Selbstverpflichtungen setzt.
  • Senkung des Verdienstabstandes zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Frauenerwerbstätigenquote.
  • Erleichterung des Wiedereinstiegs nach Familienpausen

Maßnahmen

Mit Ministerratsbeschlüssen in den Jahren 2002 und 2004 hat die Staatsregierung die geschlechtersensible Sichtweise als durchgängiges Leitprinzip für die gesamte Bayerische Staatsverwaltung festgelegt.

Geschlechtersensible Bildung ist ein grundlegendes Prinzip im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan. Nach dem Bildungs- und Erziehungsplan werden Kinder darin gestärkt, ihre eigene Geschlechtsidentität, mit der sie sich wohl fühlen, zu entwickeln. Durch die bewusste Verankerung des Themas „geschlechtergerechte Bildung und Erziehung“ in allen Phasen der Fortbildung des pädagogischen Personals wird die Umsetzung der o.g. Ministerratsbeschlüsse unterstützt.

Im schulischen Bereich reagiert die Staatsregierung mit einer gezielten Sensibilisierung der Lehrkräfte für geschlechtsspezifische Unterschiede im Lern- und Sozialverhalten durch das Programm „Prima Mädchen – Klasse Jungs“.

Hinsichtlich des Berufswahlverhaltens versucht die Staatsregierung durch eine Vielzahl von Projekten einen Wandel in den Köpfen zu erreichen. Dem dienen u.a. vielfältige Projekte im MINT-Bereich, der Gipfel Soziale Berufe sowie die Kampagne Herzwerker. Zudem sind alle, die Verantwortung tragen, aufgerufen, dass die Beschäftigten in sozialen Berufen – die hauptsächlich von Frauen gewählt werden – leistungsgerecht vergütet werden.
Erklärtes Ziel der Staatsregierung ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit optimal zu unterstützen:

Im öffentlichen Dienst wurden hierfür mit dem Bayerischen Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern gute Rahmenbedingungen geschaffen. Der Staat hat insoweit Vorbildfunktion.

Eine familienfreundlichere Grundhaltung der Unternehmen insgesamt soll durch verschiedene Maßnahmen wie z.B. das u.a. aus ESF- und Landesmitteln geförderte Projekt „effizient familienbewusst führen“ und den Chancengerechtigkeitspreis „SIE-gER“ erreicht werden.

Allein aus ESF-Mitteln setzt die Staatsregierung im Förderzeitraum 2007 bis 2013 19 Mio. Euro zur Förderung der besseren Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen und in zukunftsfähigen Bereichen sowie zur beruflichen Qualifizierung von langzeitarbeitslosen Frauen ein. Ergänzt wird dies durch Seminare für Frauen nach Familienphasen („Neuer Start“) sowie Projekte für Berufsrückkehrerinnen in arbeitsmarktlichen Schwerpunktregionen (AMF).
Daneben wird der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze durch die Kommunen, unterstützt vom Freistaat Bayern, massiv vorangetrieben.
 

Zusätzliche Informationen

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